Mittwoch, 1. April 2009

5. Dimension

Sein Leben lang schaut der Mensch ausschließlich vor sich hin, mal etwas höher, mal mehr nach unten, mal etwas nach links, dann wieder etwas nach rechts, und wenn er sich um 90 oder 180 Grad dreht, tut er alles wieder auf die gleiche Weise. Gelegentlich, sehr selten, schaut er auch nach oben, zum Himmel. Er ist dafür körperlich schlecht gebaut. Als Vierbeiner hatte er noch mehr Schwierigkeiten, zum Himmel zu schauen. Und daher tut er das nur zu besonderen Gelegenheiten, z. B. um kurz die Wolken, die Vögel oder ein Flugzeug zu beobachten. Wenn keine Wolken da sind, hat er große Schwierigkeiten, in den Himmel zu schauen, weil er durch die Sonne, eine Masse von Feuer, geblendet wird. Eine stark verdunkelte Brille kann hier etwas Hilfe leisten. Ein Glück für den Menschen, dass die Sonne so weit von ihm entfernt ist, sonst würde er buchstäblich in Nanosekunden zu Asche verbrennen.

Nachts sieht es etwas anders aus. Da der Mensch von der Erde geschützt ist, die zwischen ihm und der Sonne steht, kann er andere Sonnen am Himmel sehen, wenn seine Sicht nicht gerade durch Wolken verdeckt ist. Früher dachte der Mensch, Lichtkugeln an einer Glaskuppel zu sehen, aber seit Kopernikus wissen wir, dass es sich um glühende Objekte handelt, die frei im Raum schweben. Diese Objekte sind weit weg, sie blenden nicht und sind nicht warm, trotz ihrer großen Zahl. Manche, sogar fast alle von ihnen, sind nicht nur ein einzelner Stern, sondern eine große Gruppe von Sternen an einem Ort, der so weit entfernt ist, dass uns diese Gruppe mit bloßem Auge als ein einzelner Stern erscheint. Das nennen die Menschen eine Galaxie. Eine Ansammlung von Sternen. So eine Galaxie hat etwa 100 Milliarden Sterne.

Es klingt vielleicht verwirrend, aber Sonnen, Sterne und Galaxien sind ein und dieselbe Sache. Irgendwie hat der Mensch eine Vorliebe für Sprache und benutzt viel zu viele überflüssige Worte, so dass er am Schluss zwar ein Wirrwarr von Worten, aber keine Eindeutigkeit mehr hat. Verloren in einem Meer von Daten. Letztendlich hat man im gesamten Himmelsraum, für den wir wiederum eine Vielzahl von Worten kennen – Weltall, Universum, Kosmos und noch mehr in den unterschiedlichen Sprachen der Welt –, eine Menge von, sagen wir, glühenden Objekten. Das ist eine Tatsache; es existiert nichts anderes in der Gesamtheit dieses Raums außer den glühenden Objekten. Oder anders gesagt: etwa 100x100 Milliarden Sonnen oder Sterne oder Galaxien, glühende Objekte.

Das ist der Raum, der uns bis heute bekannt ist, und außerhalb dieses Raums befinden sich noch viel mehr dieser glühenden Objekte, die wir noch nicht entdeckt haben. Erst dann, wenn dahinter weitere Objekte entdeckt werden, beginnt ein anderes Universum.

Ich nannte es die „5. Dimension". Dort beginnt die Unendlichkeit, und hier ist eine Endlichkeit. Anhand von dem, was hier auf unserer Erde vor sich geht, kann man vermuten, was es neben diesem Chaos von feurigen Massen noch geben könnte. Kühlt sich eine solche feurige Masse aus und ist ein großes glühendes Objekt in seiner Nähe und ihr Abstand zueinander günstig, so beginnt eine Entwicklung in Richtung von etwas anderem als nur ein großer Raum mit glühenden Objekten. Dies kann passieren, passiert und wird passieren, und zwar in großer Zahl überall in diesem Universum. Und auch wenn wir Menschen hier auf der Erde als Homo sapiens noch sehr jung sind, wird dieses Universum eines Tages eine geschaffene Konstruktion aus der gemeinsamen Arbeit von alldem sein, was wir heute kennen. So können wir unsere Ziele und Aufgaben erkennen und vermeiden, uns in diesem Leben zu irren. Die Zukunft hat schon längst begonnen, und es ist an der Zeit, dies endlich auch tatsächlich zu erkennen, und das Billionen Jahre im Voraus. Wir Homo sapiens sollten erwachsen und bewusster werden.